Nadine wird Teil unserer Familie

Der Tag begann mit einem Frühstück bei meiner Mutter. Ich hatte Nadine davor noch auf ein paar Eigenheiten von ihr vorbereitet, aber das wäre gar nicht notwendig gewesen. Sie begrüßte uns außergewöhnlich freundlich und als sie sich an Nadine wandte, nahm sie sie in die Arme und sagte: „Willkommen in unserer Familie, mein Kind.“ Man konnte Nadine ansehen, dass ihr das irgendwie unangenehm war.

Beim Frühstück instruierte meine Mutter sie dann, was es bedeutet Teil unserer Familie zu sein. Außerdem wies sie ihr Mentoren zu, die sie beide über das Haustelefon zu uns rief. Kilian wurde ihr als Mentor für die geschäftlichen Angelegenheiten zugeteilt, wobei meiner Mutter mir einen bedeutungsschwangeren Blick zuwarf. Offenbar wollte sie, dass ich die Gelegenheit nutze um mehr mit ihm zusammen zu sein. Er begrüßte Nadine gewohnt herzlich und freute sich sichtlich, dass unsere Familie Zuwachs bekommen hatte. Für die diplomatischen Angelegenheiten wurde ihr Maria zugeteilt. Sie ist immer etwas distanziert und das war sie dann auch, als sie ihre neue Schülerin begrüßte.

Mir selbst fällt nun die Aufgabe zu sie in den Kampfkünsten und den Belangen im Umgang mit der Nachtwandler-Gesellschaft einzuweisen. Da das wohl den Großteil ihrer Ausbildung ausmacht, werde ich also viel Zeit mit ihr verbringen. Meine erste Aufgabe war es, sie unserem Lord vorzustellen.

Zuvor führte ich sie durch unser Unternehmen und stellte sie den dort anwesenden Familienmitgliedern vor. Als wir das Büro von Lydia verließen, hielt diese mich kurz auf und flüsterte mir in’s Ohr: „Ich hoffe, dass du sie mir mal ausleihst. Sie sieht aus als könne man viel Spass mit ihr haben.“ Dabei lächelte sie verschmitzt. Ich antwortete ihr: „So lange du sie mir wieder zurück gibst, kannst du es gern bei ihr versuchen.“ Mir sind ja die Vorliebe meiner Schwester durchaus bekannt. Ich selbst hatte schon einige Male die Gelegenheit sie mit einer ihrer Gespielinnen zu erleben.

Bis zum Abend unterwies ich Nadine dann in verschiedene Belange, die unsere Familie sowie die Gesellschaft der Nachtwandler betreffen. Ich erklärte ihr die Rangfolgen, die sich nach dem Alter der Nachtwandler richten, sowie die weltweite Organisation in Familien bzw. Clans, wobei ich die wichtigsten natürlich erwähnte. Ich ging auch darauf ein welche Fähigkeiten sie mit etwas Übung erlangen konnte. Und ich erklärte ihr die Geschäftsstrukturen unseres Unternehmens, mit allen seinen Tochterunternehmen. Letztendlich gestand ich ihr auch, dass es der Wunsch unseres Lords war, dass sie zu einer von uns wurde und warum das für uns so wichtig ist. Dabei betonte ich aber, dass ich mir keine bessere Partnerin an meiner Seite vorstellen könne als sie.

Am Abend begaben wir uns dann zu Lord Andreas. Auch seine Begrüßung von Nadine war sehr herzlich. Er gratulierte mir zu „dieser wunderschönen Tochter“ und äußerte die Hoffnung, dass sie sich in der Gesellschaft der Nachtwandler wohlfühlen möge. Abschließend lud er uns zum Essen ein. Die Speisen waren zwar nicht vergleichbar mit denen in Prag aber dennoch sehr köstlich und voller Essenz, so dass wir gegen Mitternacht gut gesättigt zurückkehrten.

Ich will natürlich nicht, dass Nadine lange in einer Gästewohnung leben muss. Sie hat wahrlich ein besseres Leben verdient. Dennoch ist es derzeit wichtig, dass sie sich an sicheren Orten aufhält, so daß sie damit wohl noch eine Weile leben muss. Zumindest so lange, bis ich den Fall abgeschlossen habe. Damit sie sich aber etwas heimischer fühlt, habe ich mit ihr eine neue Einrichtung bestellt, die ihr gefällt. Außerdem habe ich veranlasst, dass auch die restlichen Sachen aus ihrer Wohnung hierher geschafft werden. Damit ich in ihrer Nähe sein kann, habe ich vorübergehend die Wohnung direkt neben ihr bezogen. Sie war von den vielen neuen Eindrücken sichtlich erschöpft und ist mittlerweile zu Bett gegangen. Ich hoffe, sie findet im Schlaf die Erholung, die sie braucht.

Ich sitze nun in meinem vorübergehenden Wohnsitz und bereite den morgigen Tag vor. Ich musste unbedingt mit meinen Nachforschungen vorwärts kommen und plane zu diesem Zweck Hans von Creuzburg aufzusuchen sowie 2 Händler, die in Jiris Tagebuch erwähnt wurden. Mal schauen, was ich dadurch herausbekommen kann. Dabei werde ich Nadine natürlich mitnehmen, so dass sie bereits erste Erfahrungen in unserer Gesellschaft sammeln kann. Meine Mutter hat zugestimmt, dass sie ein paar Tage Zeit bekommt, bevor ihr Unterricht bei Kilian und Maria beginnt. Zwischendurch müssen wir noch einen Abstecher zu einer Bank machen, damit wir ihr ein Konto einrichten können. Ich will nicht, dass sie finanzielle Sorgen hat, auch wenn sie von ihren Eltern jeden Monat ein paar Euro überwiesen bekommt. Diese vergleichsweise kleinen Summen sind für unsere Familie schlicht nicht angemessen. Ausserdem ist es wichtig, dass unser Unternehmen Zugriff auf ihr Konto hat. Schliesslich müssen wir uns ja auch etwas absichern, falls sie doch aus der Reihe tanzen sollte. Weiterhin plane ich sie neu einzukleiden. Ihre recht billigen Klamotten passen nicht zu uns und die hellen Farben können bei der Jagd auch hinderlich sein.

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