Ein ungewöhnlicher Auftrag

Ich bin wirklich froh wieder in Berlin zu sein. Gegen Abend kam ich mit Lydia hier an. Sie hatte ihren Fahrer voraus geschickt, damit sie mit mir reisen konnte. So wurde die Fahrt sehr angenehm und unterhaltsam.

Am frühen Abend trafen wir in unserem Familiensitz ein, wo ich mich zuerst bei meiner Mutter meldete und Katrin, die am Empfang Dienst hatte, instruierte, dass sie auf keinen Fall Nadine benachrichtigen sollte, dass ich bereits zurück bin. Ich hatte erst noch einige Dinge zu erledigen. Meine Mutter erwartete mich im großen Konferenzsaal. Dort stand sie am Ende der langen Tafel hinter ihrem Stuhl und schaute mich missbilligend an. In ihrem schwarzen Kleid, mit ihrer blassen Haut, den schwarzen Haaren und ihrem resoluten Auftreten sah sie so gut aus wie immer. Das war damals auch der Grund, dass ich auf sie herein fiel, als sie mich verführte und zu einem Nachtwandler machte.

Anstatt einer Begrüßung, bekam ich von ihr einen Vorwurf zu hören: „Was aus unserem Unternehmen wird, ist dir offensichtlich egal.“ Ich schaute sie nur verständnislos an. Hatte sie vergessen, dass ich gerade erst diesen super Deal mit Pakistan eingefädelt hatte? „Wie kannst du es wagen, ohne dich abzumelden einfach zu verschwinden?“ Erst da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. „Und dann quartierst du auch noch dieses Flittchen hier ein, auch ohne zu fragen!“ Langsam steigerte sie sich rein in ihre Wut. Ich musste sie irgendwie beruhigen. Ich zog also meinen üblichen Trumpf sofort aus der Tasche. „Würdest du dich weigern einen Auftrag des Lords auszuführen, wenn er dich dazu auffordert?“ Ihr Blick wurde noch stechender. „Das ist kein Grund dich nicht abzumelden und Sterbliche in unseren Gästewohnungen einzuquartieren!“, keifte sie mich an. „Ok, mit dem Abmelden gebe ich dir Recht. Aber dass Nadine hier ist, ist Teil des Auftrags, den ich derzeit erfülle. Nur hier ist sie in Sicherheit.“

Im Folgenden erzählte ich ihr, was ich in den letzten Tagen erlebt hatte. Als ich bei dem Angriff in Prag angekommen war, wurden ihre Blicke bereits etwas milder. Und als ich ihr von der Wolfshöhle in Hluboka erzählte, war sie endgültig beruhigt. Ihre anfängliche Wut hatte sich in mütterliche Sorge verwandelt. Sie kam zu mir und schloss mich in ihre Arme. „Mein armes Kind. Hättest du doch nur Bescheid gesagt. Ich hätte dich doch niemals ohne Schutz nach Prag fahren lassen. Jeder weiss doch, was dort momentan los ist.“ Als sie mir erzählte, was sie wusste, wurde mir klar, dass ich mich wohl häufiger mit den internationalen Gegebenheiten unserer Gesellschaft beschäftigen sollte.

Lord Vratislav hatte mittlerweile die Kontrolle über große Teile seines Gebiets verloren. Aus dem gesamten Ostblock strömten rudelweise Werwölfe in sein Territorium. Mehr als 200 Nachtwandler hatten dort in den letzten Jahren ihr Leben gelassen. Nicht mal unser Lord hatte mich davor gewarnt. Er hatte mich einfach in diese Todesfalle laufen lassen. Oder ging er einfach davon aus, dass ich darüber informiert war? Langsam wurde mir klar, warum er so in Sorge war, als ich meine Reise nach Prag ankündigte. Ihm ging es gar nicht darum, dass sein bester Blutsucher Berlin verlässt. Er machte sich vermutlich Sorgen, dass ich nicht mehr zurückkehren würde.

Ich unterhielt mich noch eine ganze Stunde mit meiner Mutter. Zum Schluss musste ich ihr versprechen, dass ich möglichst bald mit Kilian trainieren werde, damit ich lerne wie ich meine neuen Fähigkeiten kontrollieren kann. Erst war es aber für mich an der Zeit unseren Lord zu besuchen. Ich liess daher meinen Chauffeur vorfahren und  machte mich auf den Weg zum Regierungsbunker unter dem neuen Flughafen BER.

Überrascht? Ich finde es immer wieder amüsant, dass ihr Sterblichen ernsthaft glaubt, dass solche Bunkeranlagen für euch gemacht sind. Solltet ihr noch einen Krieg anzetteln, werdet ihr doch eh nicht überleben. Selbst wenn ihr in solchen Bunkeranlagen noch für eine Weile leben könntet, würden euch irgendwann die Nahrungsmittel ausgehen und spätestens, wenn ihr die verstrahlte Erde wieder betretet, lebt ihr nur noch sehr kurze Zeit. Daher sind solche Bunkeranlagen natürlich für uns gemacht. In ihnen sind große Mengen extrahierte Essenz eingelagert, die, weltweit gesehen, ausreichen um mehrere Tausend Kainskinder für Jahrhunderte zu versorgen. Sie enthalten sogar Anlagen, in denen wir uns in einen todähnlichen Zustand versetzen können. Erst nach einer voreingestellten Zeit, wird uns durch eine Infusion wieder neue Essenz eingeflößt. So können wir selbst Jahrhunderte überdauern, bevor wir wieder auf der Erde wandeln, ohne auch nur einen Tropfen Essenz zu verbrauchen. Kurzum: Diese Bunkeranlagen ermöglichen es uns abzuwarten, bis die Natur sich wieder regeneriert hat, wenn ihr sie vernichtet. Dennoch hoffe ich, dass es dazu nicht kommen wird.

Ich genoss die Fahrt durch das nächtliche Berlin. Dies ist meine Welt, in der ich mich wohl fühle. Jede Ecke dieser Stadt kenne ich. Ich habe gesehen, wie sie gewachsen ist, wie sie in Trümmern lag und wie sie wieder aufgebaut wurde. Und ich mag die Menschen hier, die sich uns so bereitwillig hingeben. Manche für ein paar Euro, manche für Drogen und wieder andere nur für etwas scheinbare Liebe. Hier ist der Tisch immer reich gedeckt.

Am BER angekommen fuhren wir über das Rollfeld bis zum geheimen Eingang der Bunkeranlage. Schon als wir darauf zufuhren hob sich eine Platte im Rollfeld und gab die Einfahrt in die Tiefe frei. Wir fuhren weiter in das unterirdische Parkhaus und ich ging zum Aufzug, der mich weitere 10 Etagen nach unten beförderte. Ganz unten angekommen, betrat ich das Reich unseres Lords.

Der Raum, den ich betrat, war nur von 2 Kerzen und ein paar Bildschirmen beleuchtet, was ich als sehr angenehm empfand. An der Wand gegenüber der Tür stand ein Thron, hinter dem die Flagge der Templer befestigt war. Noch immer konnte sich unser Lord nicht von seiner Vergangenheit lösen. An den Wänden standen in regelmässigen Abständen Diener, die auch als Wachen fungierten. Sie sind alle sehr gut in verschiedenen Kampfkünsten ausgebildet und würden vermutlich sogar mit mir spielend fertig werden. Der Boden war mit einem weichen schwarzen Teppich ausgelegt und an der Decke bildeten schwarze Tücher eine Art Gewölbe.

Ich kniete mich vor meinem Lord nieder und grüßte, wie es sich gehörte: „Mylord Andreas von Montbard,  euer ergebener Diener meldet sich zurück.“ In seiner weißen Umhang mit dem roten Kreuz der Templer auf der Seite stand er vor mir und lächelte mich an. „Steh auf, mein Freund. Es ist nicht rechtens, dass ihr, dem ich so oft mein Leben zu verdanken habe, vor mir auf den Knien rutscht. Wann gewöhnst ihr euch das endlich ab?“ „Nie, Mylord.“ war meine Antwort. „Denn es ist ebenso wenig rechtens, dass ein niederer Diener wie ich euch auf Augenhöhe grüßt.“ „Wahrlich gut gesprochen, mein Freund, wahrlich gut gesprochen.“, erwiderte er. „Doch nun erhebt euch endlich und berichtet mir von eurer Reise. Ich bin froh euch lebend wiederzusehen.“

Wir setzten uns an einen Tisch, dessen Oberfläche durch einen Bildschirm gebildet wurde. Auf diesem war gerade eine Karte von Berlin eingeblendet, auf dem sich mehrere Punkte bewegten, die jeweils mit Markierungen, auf denen Namen standen, versehen waren. Am BER konnte ich auch meinen Namen entdecken und so war mir klar, dass diese Karte unserem Lord wohl einen Überblick darüber gab, wo sich seine „Armee“ gerade befand. Er berührte einen Schalter an der Seite des Tisches, woraufhin die Karte erlosch. Dann winkte er einem Diener, der an der Wand des Raumes stand, und forderte: „Bring uns etwas zu trinken.“ Es dauerte nur wenige Sekunden, bis der Diener wieder bei uns am Tisch stand und uns silberne Pokale, die mit Blut gefüllt waren, reichte.

Silber ist für uns Nachtwandler ein wertvoller Stoff. Er ist nicht nur als Waffe gegen andere Wesen der Nacht sehr hilfreich sondern kann auch die Essenz im Blut von euch Sterblichen für einige Zeit erhalten. Für längere Lagerungen ist es allerdings nicht geeignet. Ich nahm einen großen Schluck und begann mit meinem Bericht.

Ich berichtete ihm also über meine bisherigen Erkenntnisse und die Ereignisse in Prag. Währenddessen winkte unser Lord eine Nachtwandlerin herbei, wobei er auf mich deutete. Ohne mich zu unterbrechen begann sie meine Schultern und meinen Hals zu massieren, wodurch ich im Laufe meines Berichts immer entspannter wurde. Als ich alles erzählt hatte, nickte Lord Andreas bedächtig.

„Was du mir erzählst, erinnert mich an meine Zeiten als Sterblicher. Unser Orden suchte damals auch nach einem Artefakt, das die Worte Gottes in die Welt tragen sollte. Leider haben wir es nie gefunden. Nach dem, was du mir berichtest, könnte es genau dieses Artefakt sein. Schliesslich war ja Schamasch der Sonnengott und Gott der Gerechtigkeit, ganz so wie unser Gott. Mich wundert nur, dass dieses Artefakt in Babylon gefunden wurde, denn es gab dort nie einen Tempel dieses Gottes wenn ich richtig informiert bin.“ Ich nickte. „Ja, Mylord, das ist auch das, was ich erfahren habe. Jedoch erwähnte die Sterbliche, die das Artefakt erforscht, dass der Kristallschädel regelmäßig nach Babylon gebracht wurde, um dort ein Ritual mit ihm durchzuführen. Das könnte eventuell erklären, warum er dort gefunden wurde.“

Wieder nickte er und versank danach in Schweigen. Als ich gerade wieder etwas sagen wollte um das Schweigen zu brechen, stand er auf und schaute mich durchdringend an. „Mache diese Sterbliche zu deiner Gefährtin und zum Teil unserer Gemeinschaft. Wir können es uns nicht leisten, dass ihr wertvolles Wissen dem Zahn der Zeit anheim fällt.“ Ich war erstmal baff. „Aber Mylord, ich kann dies nicht ohne meine Mutter entscheiden.“ Mir schwante nämlich schon übles, wenn ich ohne ihre Genehmigung „das Flittchen“ zu einem Teil unserer Familie machen würde. „Das lass nur meine Sorge sein. Sie wird sich meinem Befehl nicht widersetzen.“

Wir unterhielten uns noch eine Weile, bevor ich mich wieder auf den Weg in die Innenstadt machte. Nadine als meine Gefährtin und als mein erstes Kind… ich war mir noch nicht ganz sicher, ob ich das gut finden sollte. Doch der Gedanke daran erregte mich auch. Wenn alles gut ging, würde sie bis an’s Ende der Zeit an meiner Seite sein. Eine Partnerin, die mich durch die Unsterblichkeit begleiten würde. Und mir wurde auch bewusst, dass die Wiedererweckung in unserer Familie zur Folge hatte, dass sich ihre natürliche Schönheit einer Sterblichen noch mehr entfalten würde. Das war gewissermaßen „der Fluch“ unserer Familie. Sie würde mit Sicherheit eine äußerst begehrenswerte Frau werden, mehr noch, als sie es sowieso schon ist.

Zurück in der Zentrale unserer Familie ging ich sofort zu ihr. Mir war zwar noch nicht klar, wie ich es ihr beibringen sollte, dass ihr nun eine neue Welt bevorstand, aber ich liess es einfach mal darauf ankommen. Sie war offenbar überglücklich, als sie mich sah, und fiel mir gleich um den Hals. Ich lud sie ein mit mir etwas spazieren zu gehen. Als ich ihr unterwegs dann offenbarte, was ich wirklich bin, lachte sie mich zuerst aus. Scheinbar glaubte sie mir nicht. Als ich jedoch meine Hauer ausfuhr und Blutmagie aktivierte um vor ihr zu levitieren, wandelte sich ihre Belustigung schlagartig in Angst. Irgendwie schaffte ich es aber sie zu beruhigen, indem ich ihr klarmachte, dass ich ihr niemals etwas antun könne. Doch dann kam die Frage, von der ich gehofft hatte, dass sie sie nicht stellen würde: „Hast du von mir getrunken?“ Ich entschied mich für eine Notlüge. „Ja. Wie hätte ich dir widerstehen können? Ich wollte dich in mich aufnehmen um dich mit allen meinen Sinnen erfahren zu können“, antwortete ich ihr. Damit hatte ich sie: „Lass mich für immer ein Teil von dir sein.“, forderte sie. „Deswegen wollte ich mit dir reden.“, war meine Antwort. Mittlerweile waren wir in einem Park neben der Chausseestraße angekommen. „Willst du wirklich für immer mit mir verbunden sein?“, fragte ich. Ihre Antwort war nur ein leises flüstern: „Mach mich zu deiner ewigen Gefährtin.“

Und das tat ich dann auch. Bis auf den letzten Tropfen trank ich sie aus. Es war wahrlich nicht leicht ihr beim Sterben zuzusehen. Erst dadurch erinnerte ich mich an die Qualen, die ich damals dabei erlitten hatte. Sie wandte sich im Todeskampf in meinen Armen und ich spürte, wie ihr Herzschlag immer schwächer wurde. Das Röcheln, das dabei aus ihrer Kehle drang, werde ich vermutlich nie vergessen, selbst wenn ich 1000 Jahre überleben sollte. Wie konnte meine Mutter mit der Erinnerung an so viele genommene Leben existieren?

Schliesslich nahm Nadine ihren letzten Atemzug und mit diesem biss ich meine Pulsader und gab ihr von meiner Essenz zu trinken. Nachdem der erste Tropfen ihre Kehle hinabgeronnen war, begann sie gierig zu trinken. Doch ich musste aufpassen, dass es nicht zu viel wurde. Dass ich hier reglos im Park liegen blieb, konnten wir nun gewiss nicht gebrauchen. Und so entriss ich ihr meinen Arm, als ich sah, wie die Schwärze durch ihre Augen floss. Den Rest konnten sie sich von Sterblichen holen. Sie trug nun genug meiner Seele in sich.

Es vergingen noch einige Minuten, bis sie wieder richtig zu sich kam. Es ist nicht leicht, aus der Welt des Todes wieder in die Welt des Lebens zurückzukehren und verursacht anfänglich eine gewisse Benommenheit. In dieser Zeit ging eine erstaunliche Transformation mit ihr vor. Ihre zuvor blonden Haare wurden immer dunkler, bis sie ein seidiges Schwarz angenommen hatten. Ihre Gesichtszüge wurden weicher und, zumindest aus meiner Perspektive, noch schöner als zuvor. Ihre Muskeln wuchsen etwas, so dass ihre Gestalt insgesamt sportlicher und weniger zierlich wurde.

Als ich sah, dass ihr Blick wieder klar wurde, lächelte ich sie an. „Willkommen zurück, meine Tochter.“, sagte ich zu ihr. Sie lächelte zurück. „Ich spüre so ein Brennen in meinem Körper. Ist das normal?“, war ihre Antwort. „Na, dann wird es Zeit, dass wir uns einen kleinen Imbiss suchen.“ Ich nahm sie bei der Hand und zusammen gingen wir los. Sie hatte noch nicht die volle Kontrolle über ihren Körper, was ich daran sehen konnte, dass sie nicht in der Lage war ihre Hauer zu verbergen. Während wir so liefen und in die Liesenstraße einbogen, erklärte ich ihr die Grundlagen unserer Regeln und sie versuchte dann ihren Mund geschlossen zu halten, wenn sie nicht gerade sprechen musste, so dass ihre Hauer nicht zu sehen waren.

Am Dorotheenstadt-Friedhof lungerten drei Jugendliche herum. Ich blickte die Straße entlang und konnte keine weiteren Sterblichen erblicken. „Da steht unser Abendessen“, flüsterte ich Nadine zu. Sie grinste. „Muss ich irgendwas beachten?“ „Ja, lass sie am Leben. Achte auf ihren Herzschlag. Wenn er langsamer wird, hör auf. Es gibt viele von ihnen und wir müssen sie nicht austrinken.“

Wir wechselten die Straßenseite und gingen auf die Drei zu. Sie wendeten sich uns zu, als sie sahen, dass wir auf sie zusteuerten. Ich trug meine Sonnenbrille um meine schwarzen Augen zu verbergen, hatte es aber versäumt eine für Nadine mitzunehmen. Daher waren ihre vollständig schwarzen Augen im Schein der Laternen gut zu sehen. „Was seid ihr denn für Freaks?“, sprach uns einer der Jugendlichen an. „Vampire?“ Ich aktivierte die Kraft meines Blutes und stand im nächsten Augenblick hinter ihm. „Wer kann das schon wissen?!“, flüsterte ich in sein Ohr. Erschrocken fuhr er herum. „Scheiße man, wie hast du denn das gemacht?“ Inzwischen war auch Nadine herangekommen. „Das musst du mir auch noch beibringen.“, sagte sie grinsend, wodurch sich ihre Hauer entblößten. Ich zog den Jungen vor mir an mich und biss in seinen Hals, woraufhin er sofort in meinen Armen bewusstlos erschlaffte. Ich reichte ihn weiter an Nadine und wendete mich den anderen beiden zu, die sich gerade zur Flucht bereit machten. Ich legte einen Schlafzauber über sie und sprang mit ihnen über die Friedhofsmauer, jeden unter einen Arm geklemmt. Dort legte ich sie ab und kehrte zu Nadine zurück, die im gleichen Moment von dem anderen abliess. „Ich hoffe er lebt noch.“, sagte sie nur. Ich fühlte seinen Puls und war erleichtert. Sie schien sich unter Kontrolle zu haben.

Ich erklärte ihr rasch, wie sie mittels Konzentration die Energie, die sie aufgenommen hatte, aktivieren konnte um ihre körperlichen Fähigkeiten zu steigern. Sie lernte erstaunlich schnell und war fast auf Anhieb in der Lage auch über die Friedhofsmauer zu springen. Ich nahm den Dritten mit dorthin. Dann liess ich sie auch noch von den beiden anderen trinken. „Und, ist das Brennen nun weg?“, frage ich sie. Sie nickte nur und lächelte. Ich sah, wie ihre Hauer hinter ihrer Oberlippe verschwanden. Scheinbar war es vor allem der Hunger, der dafür sorgte, dass sie sie bisher nicht einziehen konnte. „Dann lass uns jetzt nach Hause fahren.“, forderte ich sie auf. Wie alle Sterblichen würden auch die 3 sich nicht mehr daran erinnern, was ihnen widerfahren war. Eine Nebenwirkung unseres Speichels. Er verursacht eine etwa einstündige Gedächtnislücke.

Mit meinem Handy rief ich meinen Fahrer an und beorderte ihn zu uns. Nach wenigen Minuten traf er ein und kurz darauf waren wir wieder in der Gästewohnung, in der ich Nadine untergebracht hatte.

Nun graut hier langsam der Morgen. In den letzten Stunden hatte ich Nadine noch einiges über ihr neues Leben erzählt. Auch meine Mutter schaute noch kurz bei uns herein, nickte aber nur kurz und sagte: „Gut, du hast es also bereits getan. Ich möchte euch zum Frühstück in meinen Gemächern sehen.“ Dann verschwand sie sofort wieder. Jetzt schläft Nadine friedlich hinter mir. Die Aufregung und die vielen neuen Sinneseindrücke haben sie sichtlich erschöpft. Ich hoffe, dass sie sich bis zum Frühstück wieder erholt hat.

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